Meer geht immer – Meditative Wanderung auf der Insel Vis, Kroatien

Wir sind alle Kinder von Wanderern, Auswanderern, Flüchtlingen, von Frieden- und Glücksuchenden. dafür gingen wir durch Täler, bestiegen Berge, zogen zu den Küsten und überquerten Meere.Diese Wanderungen durch einen Teil Kroatiens bis an das Meer soll uns die Möglichkeit geben uns zu erinnern, das es ein teil unserer Menschheitsgeschichte war und ist Vertrautes zu verlassen, loszulassen und mit einer Hoffnung im Herzen auf die Suche zu gehen. Eine Hoffnung die durch die neue Umgebung, durch die Annahme und Unterstützung der dort lebenden Menschen, sich in Zuversicht verwandeln kann.

Unsere Wanderung 3 Tage und 2 Nächte ist ein spontanes Losgehen, offen für die Möglichkeiten die sich ergeben, vielleicht finden wir eine Unterkunft, vielleicht finden wir ein guten Platz zum Ausruhen. Das Gepäck auf ein Minimum reduziert gehen wir diese 3 Tage mit einer Hoffnung und der Zuversicht das zu bekommen was wir brauchen.Das Ziel ist das Meer, aber auch das Meer, der Ozean in uns. Dort erwartet uns ein „Zuhause“ ein Bett, eine Unterkunft, Nahrung und die Schönheit und Weite des Meeres. Nach der Enge kommt die Weite.

Am Meer verbringen wir 5 Tage mit Entspannung, Meditation und Freude am Leben.

Über Vis

 

(Text: Michael Wild)

WO seid ihr?
WO ist eure Insel? Werde ich immer noch gefragt.
WO macht ihr eure Wanderung?
VIS, wo ist das?

Also: Mitteldalmatien, eine Felseninsel mitten in der Adria, immerhin über 80km von der kroatischen Küste entfernt und 200km von der italienischen. 90 Quadratkilometer, etwa 4000 Einwohner und gerade lese ich, dass die ältesten Funde auf der Insel 6000 Jahre alt sind. Jungsteinzeit! Was hat, frage ich mich, Menschen damals bewogen übers Meer hierher zu kommen?  Keine Jadrolinija-Fähre. Einfach so.Vis war schon immer etwas Besonderes. In jeder Hinsicht. Auch geologisch. Sind doch alle anderen dalmatinischen Inseln ausschließlich aus Sedimentkalken aufgebaut, die Insel Vis hat auch vulkanische Anteile. Jahreszahlen sind hier gar nicht so wichtig. Ein wichtiger Schritt hingegen war, dass im 4.JH v. Chr.  Exilgriechen aus Sizilien hier eine erste Kolonie gegründet haben, von der aus die gesamte nördliche Adria nach und nach mit Handelsstützpunkten erschlossen wurde. Lange vorher gab es hier schon den Illyrerkönig Ionios, der auf einer alten Münze abgebildet ist. Auf einem Felsen hoch über der Südküste soll er seine Burg  gehabt haben. Ursula und ich waren dort, man sieht nichts mehr davon, es ist aber ein eindrucksvoll schöner Ort. Gegen illyrische Piraten haben die Griechen dann das aufstrebende Rom zu Hilfe gerufen, dem das ganz gut gelegen kam. Da gibt es auf der Insel die romantisch verbrämte Geschichte der illyrischen Königin Teuta – soll auch recht hübsch gewesen sein – die auf ihre weibliche Art und Weise etwas in die Geschichte eingegriffen hat. Da ranken sich einige Legenden darum.  Und überhaupt: Die Frauen.Eines der wenigen Fundstücke aus der griechischen Zeit ist der Kopf einer Bronzestatue der Göttin Artemis. Berührend schön. Goldene Augen. Und überhaupt: Die Frauen. Sie haben wohl in der wechselhaften Geschichte der Insel eine wichtige Rolle gespielt. Als Mütter, als Erhalterinnen in den Familien, in den Wein- und Olivenpflanzungen. Die Männer waren Soldaten, Piraten, Auswanderer und starben früh und weit weg.Schon auf Grund der exponierten Lage im Mittelmeer war und ist bis in die jüngste Vergangenheit die Insel immer von großer militärisch-strategischer Bedeutung und aus ebendiesem Grund immer fremdbeherrscht gewesen. Illyrer, Römer, Venezianer, Napoleon, das k.u.k. Österreich, Italien, England, Frankreich: Alle diese europäischen Mächte hatten mit teils enormem Aufwand die Insel in eine Festung verwandelt. Deshalb war Vis auch lange nach dem 2. Weltkrieg militärisches Sperrgebiet. Als dann endlich 1992 die jugoslawische Armee abzog, gab es - auch ein Kuriosum -  am Festland gar keinen jugoslawischen Staat mehr, dessen Armee sie hätte sein können.Ein durchaus positiver Effekt des Militärsperrgebietes war, daß sich hier kein Massentourismus wie andernorts an der Küste hat entwickeln können. So war Zeit, einen naturnahen, schonenden Tourismus mit Wander- und Radwegenetz, mit diversen sanften touristischen Angeboten aufzubauen.Vis ist mit seiner Artenvielfalt in Flora und Fauna jedenfalls sehr bemerkenswert. Insbesondere der felsige und teilweise unzugängliche Nordteil mit seinen schroffen Abstürzen zum Meer hin ist ein echtes Paradies, sowie auch die mediterranen Regenwälder mancherorts, die Vorkommen natürlicher Quellen und die Hochtäler mit ausgedehnten Weingärten. Übrigens spricht man in der Osthälfte der Insel Viski und in der Westhälfte Komizki Dialekt, da gibt es eine „Sprachgrenze“ mitten auf der Insel. Beide Dialekte unterscheiden sich vom Dalmatinisch  der übrigen Inseln und dieses wiederum erheblich vom Schriftkroatisch des Festlandes und wir verstehen sowieso weder noch. Beziehungen finden hier anders statt. Durch herzliches Begrüßen, Umarmen, Lachen. Seit über 2500 Jahren schlichten hier Menschen händisch Steine zur Seite, errichten ungeheure Steinwälle und Mauern um an fruchtbaren Boden zu gelangen. Überall, auch von heftigstem Dickicht verborgen, terrassiertes Gelände um dem Boden irgendetwas abzuringen. Seit acht Jahren sind wir nun auf dieser Insel und im Steineschlichten auch schon ganz gut geworden. An immer mehr Stellen bemerken wir auch, dass jüngere Menschen darangehen, altes Kulturland zu rekultivieren anstatt auszuwandern.Der Himmel ist oft samtblau. Immer ist er weit. Manchmal sieht man nach Italien.

Anmeldung & Kosten +

Anzahl: max. 12 Personen

Termin: 30.6. – 8.7.2019

30.6. – 3.7.: Wanderung zu unserem Zielort Komiza / Übernachtungen suchen wir uns in der Natur;3.7. – 8.7. Unterkunft in verschiedenen Appartments in Komiza, z.T. Einzelbetten/Doppelbetten/Schlafsofa...

Kosten

Flug/Zug/Bus (Flixbus) Zielort: SPLIT/KROATIEN,
von den Teilnehmerinnen selbst organisiert!

Fähre (Jadrolinija) in SPLIT zur Insel VIS: ca € 15,- (hin-zurück)
Treffpunkt Fähre am 30.6. um 14:00!
Seminar und Unterkunft am Meer (Komiza): € 600,-
Dazu kommen Kosten für Essen während der 8 Tage: ungefähr € 150,- bis 200,- (entspricht € 20,- bis € 25,- pro Tag)

Sonntag, 30.6 - Mittwoch, 10.7.2019